Sonntag, 12. Mai 2013

Frühlingsgarten

 Die Erdbeeren machen sich bereit.


Zuckerschoten, erster Versuch.

Pflücksalat, Küchenfenster, März 2013.

Ab nach draußen! Pflücksalat drei Wochen später, April 2013.

Bereit zur Ernte: Pflücksalat, Mai 2013.

Samstag, 11. Mai 2013

Vegan Wednesday #38

Puh, in den letzten Wochen kam ich mal wieder zu kaum was. Ich war viel unterwegs, oft ohne Kamera und habe den Vegan Wednesday das ein oder andere Mal auch schlicht und einfach verpennt. Das macht sich natürlich nicht so gut, wenn man organisatorisch dran beteiligt ist. Aber wie das Leben manchmal so spielt, kann man seine Aufmerksamkeit nicht pausenlos in bestimmte Bahnen lenken. Ich hoffe, dass es jetzt wieder ein wenig ruhiger wird und ich wieder öfter dabei bin und dieser Blog auch mal wieder was anderes als den Vegan Wednesday sieht. Gesammelt wird übrigens diese Woche bei Carola!

Meine Nr. 38 sah folgendermaßen aus:

Frühstück


Mich hats auch zu den Entsaftern verschlagen. Die Säfte schmecken mir mittlerweile auch viiiiel viel besser als grüne Smoothies. Zum Frühstück versuche ich so oft es geht mindestens ein großes Glas der grünen Köstlichkeit zu trinken. Diesen Mittwoch bestand die Mischung aus Feldsalat, Petersilie, Gurke, Staudensellerie, Apfel und Birne. Lecker!

Mittagessen



Grün geht der Tag weiter mit selbstgemachtem Lunch für die Arbeit. Fotografiert habe ich allerdings morgens noch schnell zuhause. Es gab bunten grünen Blattsalat mit Gurke, roter Paprika und Kräuterdressing, dazu gebackener BBQ-Tofu mit selbstgemachter BBQ-Soße. Ein Gedicht! Für Vormittags hatte ich mir nochmal ein Glas grünen Saft mitgenommen, weil der so schön fit macht. Viel besser als Kaffee!!!

Abendessen


Wenn mir nichts einfällt, gibts bei uns meistens eine bunte Pfanne, so auch am Mittwoch: Vollkornreis mit Paprika, Erbsen, Zucchini, Zwiebeln und grünem Pesto.

Ich bin gespannt, was ihr so für den Vegan Wednesday gezaubert habt und freue mich schon aufs Board!!!!

Dienstag, 16. April 2013

Vegan Wednesday #35: the place to be!



Die Hasenöhrchen sind ab, dafür wirds draußen langsam aber ganz sicher endlich wieder grün
Mein Salat auf dem Fensterbrett streckt sich schon genüsslich den Sonnenstrahlen entgegen und wartet nur darauf, bald von mir mit einem wunderbar leichten Kräuterdressing massiert zu werden. Was bei euch so auf dem mittwöchlichen Frühlingsteller landet, könnt ihr mir diese Woche genau hier zeigen, ist das nicht toll?

Wie immer gilt: knipst euren kulinarischen Tagesablauf (am besten also alle drei Hauptmahlzeiten), schreibt ein, zwei Sätze dazu, postet alles auf eurem Blog unter der Überschrift "Vegan Wednesday #35" und hinterlasst mir den Link zu ebendiesem Post in den Kommentaren unter diesem Artikel hier. Wenn euch eins eurer Bilder/Gerichte besonders gut gefällt, macht das irgendwie kenntlich, denn bei so vielen fleißigen Mittwochsveganern kann ich unmöglich jedes einzelne Bild pinnen, sondern suche mir zwei davon raus.

Also: poliert nochmal schnell das Objektiv eurer Kamera, Omas Tafelsilber und die Teller, bügelt die Tischdecke, faltet die Papierservietten und heizt schon mal die Töpfe ein - der Frühling ist da und mit ihm der Taten- und Gartendrang und auch für die hartgesottensten Winterschläfer gibt es jetzt keine faulen Ausreden mehr!
Ich persönlich freue mich auf mehr Rohkost, bunte Salate, knackigen grünen Spargel (sodenn er bald mal auch hierzulande aus der Erde gucken mag) und roten Rhabarber. Vermutlich landet Letzerer morgen in irgendeiner Form auf meinem Teller und dann natürlich hier als Foto.

Ich freue mich auf eure zahlreiche Teilnahme und wünsche euch einen sonnigen Dienstag!

Mal wieder zu spät bekommt ihr hier dann auch noch meine kulinarischen Erzeugnisse zu sehen. Das mit dem Rhabarber wurde leider (noch) nix, vielleicht diesen Mittwoch dann....

Frühstück:
Beerenmüsli mit Hanfkernen und Sojamilch.

Mittagessen:
Dreifarbige Nudeln mit selbstgemachtem Tomatenpesto und - ja, ich konnte doch nicht warten - grünem Spargel aus dem Ofen.

 Abendessen:
Griechischer Bauernsalat mit Gurke, Tomate, Paprika, Oliven und Avocado.

Danke für eure zahlreiche Teilnahme!!! Es war wie immer ein Fest!!!

Samstag, 23. März 2013

Vegan Wednesday #32 - und die Frage, warum ich immer so spät dran bin...


Home Office ist nicht Jedermanns Sache, viele sagen, sie würden zuhause zu schnell abgelenkt. Für mich ist genau das Gegenteil der Fall: wenn ich eine große und umfangreiche Aufgabe erldigen muss, klappt das am heimischen Küchentisch (ich habe keinen Schreibtisch) immer besser als im Büro, wo permanent das Telefon bimmelt, Outlook mich terrorisiert und dauernd irgendwer ins Büro latscht mit irgendeinem anderen Problem oder Gesprächsbedarf (- was ich normalerweise echt gut finde, nur eben nicht dann, wenn ich mich konzentrieren muss).
Am Mittwoch hatte ich das große Glück, an eben diesem heimischen Küchentisch zu arbeiten und dementsprechend habe ich auch ein paar nette Bilder schießen können. Gesammelt wird diese Woche übrigens bei Carola.

Hier nochmal die Erinnerung, worum es beim Vegan Wednesday geht: am liebsten ist uns, wenn wir einen kompletten kulinarischen Tagesablauf von euch präsentiert bekommen, d.h. euer Frühstück, Mittagessen und Abendbrot. Wenn ihr Zeit habt, knipst gerne auch eure Zwischensnacks, die Mitternachtssuppe etc. Natürlich können wir nicht alle Bilder pinnen, aber mit euren Beiträgen zeigt ihr, dass veganes Essen zu jeder Tageszeit einfach und lecker ist. :)

Frühstück:

Wenn ich etwas Zeit zum Frühstücken habe, sieht der gedeckte Tisch eigentlich immer so aus: Roggenbrot (wahlweise Körnerbrot), dazu verschiedene Sorten Aufstrich (meine neuste Entdeckung: der Apfel-Zwiebel-Aufstrich von Alnatura - wieso hab ich den nicht schon viiiel früher probiert?) und eine Tasse Kaffee.












Mittagessen:


Mittagessen aus dem Pickle-Drawer: Nudeln mit verschiedenen Antipasti, die noch im Kühlschrank aufzufinden waren: gegrillte Paprika, eingelegte Tomaten, Oliven und italienische Gewürze. Leider ist alles ein wenig nach unten gerutscht in der Schüssel.

Zwischensnack:


Ich kaufe höchsten zweimal im Jahr tropische Früchte, meistens, weil ich die endlosen Äpfel und Birnen im Winter nicht mehr sehen kann. An der Ananas konnte ich nicht vorbeilaufen. Hat sich auch gelohnt: sie war saftig und süß und sehr lecker.

Abendessen:


Diese Drei-Komponenten-Platte hat mir ein unsägliches Chaos in der Küche bereitet. Aber es hat sich gelohnt! Und durch das Aufräumen nach dem Essen bin ich nicht sofort ins Food-Coma gefallen. Von links nach rechts seht ihr: sautierter Mangold mit Sojasoße, Mirin, Chili, Zwiebeln und Sesam; mit Kokosmilch, Ingwer, Chili und Gewürzmischung marinierter und angebratener Tofu und würzige Süßkartoffelscheiben. LECKER!

Ich bin seeeehr gespannt auf eure kulinarischen Ergüsse und freue mich riesig auf das Board!

Sonntag, 17. März 2013

Cucina Italiana: genial vegan!

Der Herr im Hause hat bald Geburtstag und wir planen eine kleine Feier mit ein paar Freunden. Unsere Freunde sind leider immer noch samt und sonders sehr fleischlastig und -lustig, d.h. man sollte sie nicht direkt mit der vollen Dröhnung veganer Köstlichkeiten erschlagen sondern einen sanften Kompromissweg gehen - mit Dingen, die sie kennen und bei denen sie nicht direkt Angst bekommen, weil da kein Tier drin ist. Jaja, hört mich innerlich einmal leise seufzen, aber immerhin wird es ausschließlich veganes Essen geben. Basta!

A propos "Basta", was liegt also näher als die italienische Küche, der essbar gewordene Kompromiss schlechthin. Ich kenne keinen, der italienisches Essen verschmäht, ihr?

Also zog ich los und besorgte mir ENDLICH mal das vegane Standardwerk zum Thema, "Cucina Vegana" aus dem Pala Verlag beim Buchhändler meines Vertrauens, zückte einen Bleistift und markierte interessante Rezeptideen.


 
Da der Herr gerne braune Champignons isst, wir noch labberige Burgerbrötchen in der Schublade fanden und ich mal alle Nüsse in meiner Backschublade aufbrauchen wollte, entschied ich mich für eine Portion gefüllte Champignons aus dem Ofen.


Ich muss sagen: wirklich sehr gut! Vermutlich darf ich das Rezept nicht ungefragt weitergeben, deswegen beschreibe ich nur schnell die Füllmasse: die besteht hauptsächlich aus eingeweichtem Toastbrot (oder eben Burgerbrötchen), ein paar Kräutern wie Petersilie und Thymian, Knoblauch (da würde ich aber mehr als 1 Zehe nehmen), Zwiebeln, Brühe und Nüssen. Vor dem Füllen der Champignons würde ich die Pilze allerdings noch gut würzen. Und es schadet der Füllung auch nicht, wenn sie ein wenig überwürzt ist, wenn ihr mich fragt.
Also ich denke, wir haben einen Kandidaten fürs italienische Geburtstagsbuffet!

Unser Hauptgericht bestand aus einem selbstgemachten Rucola-Tomatenpesto nach meiner persönlichen Pi-mal-Daumen-Logik, bei dem ich statt Pinienkernen einfach eine Handvoll Walnüsse und ein paar abgezogene Mandeln sowie ein paar Cashewkerne benutzte. Hinzu kam noch eine Schale Bio-Rucola, 5 in Öl eingelegte getrocknete Tomaten, angebratener Knoblauch, Meersalz, Pfeffer und Zitronensaft. Die ganzen Zutaten habe ich in der Küchenmaschine zerschreddert und dann die Bindung der Zutaten mit gutem Olivenöl hergestellt. Das Beste daran: es ist quasi komplett roh (bis auf die Tomaten und den Knoblauch, aber da kann man ja auch Rohkosttaugliche Tomaten nehmen und einfach rohen Knoblauch).

Zum Pesto gabs ganz einfach Pasta. Es würde sich aber auch sehr gut in einer Salatsoße machen.

Vielleicht kocht der ein oder andere von euch heute auch italienisch. Ich wünsche euch viel Spaß damit und einen schönen Rest-Sonntag!



Mittwoch, 13. März 2013

Vegan Wednesday #31: Zeigt her eure Schüsseln!


Geht es nur mir so? Die Zeit vergeht wie im Flug und schwupps, schon wieder ist Mittwoch und schon wieder dürft ihr mich - liebend gerne natürlich - mit Kommentaren, Links und Bildern nur so bombadieren. Voraussetzung: vegan muss es sein! Und es sollte was zu essen sein. Ich möchte keine Bilder von Zahnbürsten oder Klobrillen oder so. Haustierbilder könnt ihr gerne noch nachreichen - aber dann, wie schon vor ein paar Wochen gesagt - bitte im lebendigen Zustand.

Ihr habt noch nie beim Vegan Wednesday mitgemacht?! Aber hallo! Dann wirds höchste Zeit!! Die Spielregeln sind ganz einfach:
Ihr fotografiert heute (bzw. habt fleißig fotografiert) mindestens eure Hauptmahlzeiten, postet die Bilder auf eurem Blog unter der Überschrift Vegan Wednesday und hinterlasst mir den Link zum betreffenden Post in den Kommentaren unter diesem Artikel. Ganz easy, oder?

Ich nehme mir dann die Freiheit heraus, zwei eurer Mahlzeiten herauszusuchen und das ganze auf ein gigantisches Pinterest-Board zu verladen. Dafür bekommt ihr dann jede Menge Klicks, Ruhm und Ehre und viel veganes Gemeinschaftsgefühl! Find ich super!!!

Also: macht alle mit! Ich freu mich!!!!

PS: Meine Mahlzeiten erscheinen hier ganz wundersam im Laufe der Woche.

--> Ja *hüstel* - das war leichter gesagt als getan. Es ist immer so ein bisschen peinlich, wenn man als Ausrichter des veganen Freudenfestes dann selbst die Deadline verpennt. Aber zu meiner Verteidigung: das Pinnen dauert nun mal was länger. Jaja, ich könnt ja auch früher anfangen. Aber egal, hier kommt mein Futter am Mittwoch:
 
Frühstück:


Vollkornbrot mit einem meiner Lieblingsaufstriche (wunderbar scharf!). Danach einen Zitronen-Kokos-Joghurt-Muffin, der dank Eiersatz ein wenig zu trocken war.

Mittagessen: Kantinensalat mit Pommes (kein Foto - sorry!)

Zwischendurch:


Schokoladenkuchen mit Kokosraspeln. Den Kuchen hatte ich am Sonntag gebacken und weil er so saftig war, hielt er sich viele Tage. Da konnte ich die Reste am Mittwoch im Büro verputzen. Mjamm!

Abendessen:

Eine meiner liebsten Pastasoßen besteht ganz einfach aus gebratenem Salbei, weiteren italienischen Kräutern und getrockneten Tomaten. Und das gabs dann mit Vollkornnudeln zum Abendessen nebst viel Feldsalat. Und Zombiebeleuchtung...

Sonntag, 10. März 2013

Wer missioniert verliert.

"Fleischessen und Urlaubsflüge haben doch nichts mehr mit persönlicher Freiheit zu tun. Wir dürfen nicht die Freiheit haben, die Welt zu ruinieren, Millionen Menschen verhungern zu lassen und 21 Hühner pro Quadratmeter zu halten." (Hagen Rether)

Als ich zu bloggen begann, ganz klassisch als Neuveganerin auf dem Weg in unbekanntes Terrain, hatte ich ganz oft das Bedürfnis, über die ideologische Seite meiner Entscheidung zu schreiben. Ich fand es elementar, der Welt nicht nur meine neue Bekanntschaft mit Tempeh und Co. zu präsentieren, sondern auch aufzuzeigen, warum der Blick über den Tellerrand der Bequemlichkeit so wichtig ist und warum ich überzeugt bin, dass Vegansein der einzig richtige Weg ist unsere Gesellschaft, unsere Gesundheit und unseren Planeten wenigstens ein bisschen zu retten. Ich hatte das dringende Bedürfnis, die Menschen in meinem direkten Umfeld - und vielleicht noch ein paar Leute da draußen in den virtuellen Weiten des Internets - zum Nachdenken zu bewegen. Ich wollte, dass sie sich nach einem Blogeintrag über die Problematik der Palmölgewinnung fragen, ob sie nicht wenigstens ein paar Produkte ohne Palmöl kaufen könnten, ich wollte, dass sie sich damit auseinandersetzen, dass bei der Ei- und Milchproduktion vor allem in diesen Mengen tausende unnützer Tierkinder entstehen, die irgendwie entsorgt werden müssen, ich wollte das Bewusstsein für die ökologischen Katastrophen schärfen, die wir mit unserem Konsumverhalten tagtäglich unterstützen. Und ich wollte, dass diesem Nachdenken Taten folgen.

Stattdessen stieß ich auf eine Wand des Verdrängens und Schönredens. Argumente wie "Milchkühe sind so gezüchtet, dass sie auch ohne Kälber Milch geben", "Milch ist gut für die Knochen", "Hühner müssen doch sowieso Eier legen, dann können wir sie ja auch essen", "Jagd ist sehr wichtig für den Erhalt der Wälder", "Wenn wir kein Rindfleisch mehr essen und keine Milch mehr trinken, dann gibt es irgendwann doch gar keine Kühe mehr", "Die Tiere wachsen ja schon im Stall auf, die kennen das doch nicht anders", "Wir brauchen aber doch das ganze Eiweiß" oder "Fische können keine Schmerzen empfinden" begegneten mir fast täglich.
Jedem Veganer sind sie bekannt, jeder kann noch mindestens 10 weitere dieser oft abstrusen Behauptungen aufzählen. Ganz zu schweigen von den besorgten Fragen, ob man sich denn auch ohne Fleisch gesund ernähren könne. Meiner Meinung nach müsste diese Frage eher lauten, ob ich mich denn mit Fleisch, Milch und Eiern überhaupt gesund ernähren kann.

Nach über zwei Jahren, in denen ich mich nun vegan ernähre, kann ich mit Fug und Recht behaupten, dass es mir nicht mal im Ansatz gelungen ist, mein Umfeld in irgendeiner Weise zu beeinflussen. Im Gegenteil: überall, auch und gerade in der veganen Bloggerszene, wurde mir schnell eingebläut, dass ich doch bitte nicht und niemals irgendwen in irgendeiner Weise missionieren sollte. Ideologie und Überzeugung wurden nur zu oft mit dem pejorativen Wort Dogmatismus gleichgesetzt, vor dem sich manch einer fürchtete wie vor einem Terroranschlag. Veganer, so schien das Credo, sollen lächeln, winken und ihr Essen fotografieren. Sie sollen vegane Kosmetik bewerben und immer sagen, dass es absolut ok ist, wenn man nicht vegan lebt.

Aber was ist denn nun, wenn ich es trotzdem falsch finde, Fleisch zu essen? Wenn ich es so richtig, richtig falsch finde? Wenn ich fast kotzen muss, wenn den Deutschen immer und immer wieder empfohlen wird, pro Woche Unmengen an Milch zu trinken, weil sie ja sonst einfach auseinanderfallen könnten? Wenn ich Leuten eine reinhauen will, die mir sagen, sie seien ja auch Vegetarier, nur um sich dann ein Lachsfilet auf den Teller zu laden und mich ungläubig anstarren, wenn ich dann frage, warum sie trotzdem ein Tier essen? Wenn mir die fast Tränen kommen, wenn ich meiner Familie, meinen Freunden und Bekannten ewig oft erzähle, dass man schon mit wenig Aufwand viel erreichen kann und sie dann beim nächsten Einkauf mit zehn Plastiktüten und vier Packungen Minutensteaks für 1,50€ nach Hause kommen? Wenn ich nicht weiß, wie ich mein Entsetzen verbergen soll, wenn mir die Arbeitskollegin (alternativ: Freunde, Bekannte, Tanten, Onkel, egal wer) einen Vortrag hält, dass sie ja nur gutes Biofleisch kauft um dann beim Betriebsausflug die Packung mit den 10 Bratwürstchen von Discounter XY auf den Grill zu packen? Wenn es mich wütend macht, dass die ganzen Dokus über Massentierhaltung, Umweltverschmutzung und deren Vermeidung hauptsächlich von den Leuten gesehen werden, die es sowieso schon wissen?

Wie kommt man lächelnd und winkend und Produktempfehlungen schreibend gegen eine Gesellschaft an, in der die Menschen die Wahl haben, die Umwelt zu retten, indem sie auf Fleisch(massen) verzichten, Plastiktüten vermeiden, sich wenigstens ein bisschen informieren und es einfach nicht tun und dann trotzdem als "Normal" bezeichnet zu werden? Es hat halt echts nichts geholfen, dass ich alle Menschen um mich herum mit veganen Cupcakes und Kuchen gefüttert habe. Es hat nichts gebracht, dass ich oft genug über Kosmetika ohne Palmöl berichtet habe. So lange der Garten hinterm Haus oder der nächste Wald und der nächstgelegene Park noch gut aussehen, sprich, so lange die Naturkatastrophen nicht an die eigene Tür klopfen, wird sich an der Bequemlichkeit der meisten Menschen nichts ändern. Vielleicht machen sie mal einen kurzen Ausflug in die Welt der veganen Küche, wenn sie 10 kg abnehmen wollen, vielleicht bleibt der ein oder andere auch dabei. Aber viel zu viele werden früher oder später sagen, dass es ihnen dann doch zu anstrengend ist. Als hätte unser Planet nicht mal das bisschen Anstrengung verdient...

Und wenn ich meinen Frust nicht mal hier auf meinem Blog niederschreiben soll, weil ich ja irgendwie missionarisch oder dogmatisch wirken könnte, dann weiß ich auch nicht mehr, wieso ich überhaupt noch bloggen soll.